Kategorien
Neuigkeiten

16.07. | Coforschung:Kolloquium

Donnerstag, 16.7.2026
10:15 – 12:00 Uhr
https://rwth.zoom-x.de (Keine Anmeldung nötig)

Der Termin ist einer von mehreren in denen das Coforschungs-Team aktuelle Arbeiten vorstellen wird.
Dieses Mal stellt Jessica Hoffmann ihre Dissertation zum Thema „Stadt:machen als Beziehungsgestaltung. Entwicklungsprozesse und transformative Potentiale zivilgesellschaftlichen Stadtmachens“ (Interimstitel) vor.

In ihrer Promotion am Arbeitskreis für Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsforschung, am Institut für Soziologie der Universität Münster setzt sich Jessica mit den Entwicklungsprozessen einer zivilgesellschaftlichen Stadtmacher*innen Initiative auseinander, die im Rahmen einer Projektförderung seit 2022 ein Kultur- und Nachbarschaftszentrum entwickelt. Ihre Ergebnisse beruhen auf einer 30tägigen Feldforschung im Frühjahr 2022 in der sie die Gründungsphase des Neuen Volkshauses Cotta begleitet hat.

Im Kolloquium wird Jessica die Auswertungsergebnisse ihrer Feldforschung vorstellen und erste Schlüsse ziehen, wie die Entwicklung der jungen Initiative soziologisch eingeordnet werden können. Gemeinsam soll anschließend diskutiert werden, welche Auswirkungen und transformativen Potentiale Stadtmacher-Projekte auf ihre Mitwirkenden, ihr Netzwerk und ihre Stadtgesellschaft haben können und auf welche Hürden sie dabei stoßen.

Das Coforschungs-Team freut sich auf rege Teilnahme und euer Feedback!

Kategorien
Neuigkeiten

Ausstellung | >>>Mirke Mobility>>>

>>>Ein Mobility Hub auf dem Gelände von Utopiastadt>>> >>>Ausstellung der Abschlussarbeiten der Bachelor Absolventinnen und Absolventen der IU Internationale Hochschule>>>

>>>vom 8. Juli bis zum 5. August im Ladenlokal des Innenstadtmanagement Elberfeld auf der Schwanenstraße 33 in der Wuppertaler/Elberfelder Innenstadt>>>

DI. 14.7., 19:00 UHR
SONDERVORSTELLUNG IM RAHMEN DES FORUM:MIRKE

>>>Intro>>>
New York, London, Paris, Wuppertal. Geht es um Mobilität darf die Stadt Wuppertal sicherlich in einem Zug mit den großen internationalen Metropolen genannt werden. Wuppertal ist Schwebebahn und Schwebebahn ist Wuppertal. Und während die für die Stadt so bedeutende Textilindustrie in Wuppertal kaum noch anzutreffen ist, zieht die Schwebebahn weiterhin unbeirrt jeden Tag Ihre Bahnen zwischen Vohwinkel und Oberbarmen. Spitzt man es ein wenig zu, ist sie damit sogar fast 30 Jahre älter als der heutige Stadtname, der durch die Vereinigung der kreisfreien Städte im Tal der Wupper erst im Jahr 1929 entstanden ist. Neben der Bedeutung als Wahrzeichen der Stadt ist die Schwebebahn aber ebenso ein ingenieurtechnisches Meisterwerk, und darf auch hier in einem Atemzug mit dem Pariser Eifelturm genannt werden. An der Spitzenstellung hat sich selbst knapp 125 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme nicht viel geändert. Von Beginn an elektrisch betrieben und als Leichtbau konzipiert, gehört sie ebenso aufgrund Ihres ehrwürdigen Alters weiterhin zu den ökologischsten Fortbewegungsmitteln unserer Zeit. Par excellence verbinden sich in ihr elegante Anmutung, technische Rafinesse, sowie soziale Bedeutung und ökologisches Bewusstsein. Damit aber nicht genug. Wuppertal ist alles andere als ein One-Hit-Wonder und hat im neuen Jahrtausend das nächste Mobilitätshighlight für sich geschaffen. Wenn New York aus aller Welt für die Transformation der High Line bestaunt wird, im übrigen jünger und kürzer wie die Wuppertaler Schwebebahn, wird Wuppertal das für die Umwandlung der Nordbahntrasse zuteil. Über die ehemalige Eisenbahnstrecke können sich seit 2014 über eine innerstädtische Strecke von gut 10 km Fussgänger, Radfahrer, Skater, etc. durch die Wuppertaler Stadtgeschichte und -bezirke bewegen. Viadukte, Brücken und Tunnel inklusive, vor allem aber auf annähernd gleichbleibendem Höhenniveau. In der bewegten Topografie der Stadt von besonderer Bedeutung und von ebenso sozialem Wert. So ist nicht nur eine direkte Verbindung zwischen Orten geschaffen worden, die Verbindung selbst ist Kommunikationsraum geworden. An diese Denkweise und diesen Pioniergeist soll nun auch die Bachelor Arbeit im Wintersemester 2025/2026 anknüpfen.

>>>Grundstück>>>
Die Nordbahntrasse verläuft entlang des nördlich der Wupper gelegenen Hangs. Sowohl zentral in Bezug auf die Nordbahntrasse, als auch in Bezug auf das Stadtgebiet, befindet sich der ehemalige Bahnhof Mirke im gleichnamigen Wuppertaler Stadtteil. Er ist die Keimzelle von UTOPIASTADT, einem Wuppertaler Thinktank und Stadtlabor, die darin seit 2011 eine Heimat für sich und die Bürger gefunden hat. Seit 2018 konnten auch die umliegenden Flächen für eine gemeinwohlorientierte Entwicklung gesichert werden und summieren sich mittlerweile auf 36.000m2. Im Norden wird das Gebiet begrenzt durch die A46, die zwar optisch durch einen dichten Gehölzsaum abgeschirmt wird, akustisch aber als weiterer Mobilitätsbaustein wahrnehmbar ist. Ähnlich wie das ehemalige Bahnhofsgebäude, nimmt der Campus der UTOPIASTADT diverse Nutzungen in sich auf und befindet sich in stetigem Prozess. So ist weiterhin ein Großteil der Prototypbauten des Solar Decathlon Europe, der hier im Jahr 2022 stattfand, erleb- und benutzbar. Ebenfalls von eher temporärer Struktur findet sich auf dem Gelände das Fahrradreparaturcafé der Mirker Schrauba sowie die Lastenradverleihstation Fienchengarage. Momentan etwas abseits und eher unsachgerecht geparkt, steht zudem ein Wuppertaler Rohjuwel. Im Jahr 2015 konnte UTOPIASTADT einen von drei ausrangierten Schwebebahnwaggons in einem von den Stadtwerken Wuppertal ausgeschriebenen Wettbewerb gewinnen und nennt diesen seitdem ihr eigen. Diese drei Anker sollen nun verstätigt werden und bilden die Basis für den Mirker Mobility Hub auf dem Campus von UTOPIASTADT.

>>>Gebäude>>>
Mit dem Mirker Mobility Hub soll ein weiterer Baustein in der reichhaltigen Mobilitätslandschaft der Stadt Wuppertal entstehen. In ihm sollen sich alle aktuell gängigen Mobilitätsformen unter einem Dach vereinen. Neben den bereits bestehenden Angeboten des Fahrradreparaturcafés und der Fahrradverleihstation, sollen hier ebenso Flächen für den motorisierten Individualverkehr geschaffen werden. Selbstverständlich mit elektrischer Ladeinfrastuktur und Car Sharing Station. Er soll aber ebenso als Quartiersgarage den Straßenraum des Stadtteils Mirke entlasten, und diesen dadurch für gesellschaftliche und ökologische Nutzung frei spielen. Als Herzstück und Aushängeschild wird der Schwebebahnwaggon wiederbelebt. Nutzung und Positionierung sind hierbei freigestellt, hingegen ist die hängende Lagerung selbstverständlich ein Muss. Neben der inhaltlichen Ausrichtung soll der Mirker Mobility Hub auch konstruktiv in die Zukunft blicken. Erwartet wird ein robustes und nutzungsoffenes Gebäudekonzept, das adaptive Anpassungen in den kommenden Jahrzehnten zulässt. So sollen bei sinkendem Bedarf an PKW-Stellplätzen Parkflächen möglichst zerstörungsfrei zu Büro- und Gewerbeflächen umgenutzt und das bereits vorhandene Serviceangebot sukzessive ausgebaut werden. Dem Achsmaß, der Raumhöhe und natürlich der Bauweise kommt also besondere Bedeutung zu, die über die einer reinen Hochgarage hinausreichen muss. Entsprechendes gilt für den Schichtenaufbau und die Verbindungsmittel. Sortenreinheit und lösbare Verbindungen können diesbezüglich Lösungsansätze darstellen. Darüber hinaus ist die Energiegewinnung in das Gebäudekonzept zu integrieren. Der Mirker Mobility Hub sollte weitestgehend autark funktionieren, und über die Ladeinfrastruktur auch als zukünftiger Pufferspeicher agieren. Photovoltaik- und/oder Windkraftanlagen ist also möglichst viel Fläche einzuräumen.

>>>Outro>>>
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der Bachelor Arbeiten, die im Wintersemester 2025/2026 in Kooperation mit Utopiastadt entstanden sind. Die Studierenden hatten Zugriff auf das MiG Handbuch (Mobilstationen im Quartier) sowie die Ideenskizze Quartiersgaragen Elberfeld 2021, beide herausgegeben von der Neue Effizienz gGmbH. Wie fast alle Architekturentwürfe aus studentischer Hand, bleiben sie fiktiv und beleuchten ein Thema exemplarisch. Im Idealfall bieten Sie dadurch ebenso Diskussionspotenzial, das sich auch in der realen Welt nutzen lassen kann. Wir hoffen dies ist beim Mirker Mobility Hub gelungen und wünschen viel Spaß mit der Ausstellung.

Kategorien
Neuigkeiten

24.07. | Only Hut | Für den Frieden

STEPHAN ANPALAGAN –
FÜR DEN FRIEDEN
LESUNG & DISKUSSION

MODERATION UND GESPRÄCH:
DAVID J. BECHER

Fr. 24.07.2026 | 19:30 Uhr
Café ADA | Wiesenstr. 6

Aus Gewissensgründen verweigerte der Theologe und Autor Stephan Anpalagan den Kriegsdienst. Die Gründe hatten mit seinem Blick auf die Bundeswehr, seinem Verhältnis zu Deutschland und seinem christlichen Glauben zu tun. Doch seither hat sich viel verändert. Krieg betrifft nicht nur »die Anderen«, wir müssen uns mit Militär und Soldatentum auseinandersetzen.
Stephan Anpalagan berichtet von seiner moralischen Kehrtwende und kommt zu dem Schluss: Wir werden den Frieden in unserem Land nur gemeinsam, Einheimische wie Einwanderer, mit einer starken Bundeswehr aufrechterhalten können.

Der Unterhalter, Moderator und Utopist David J. Becher hat ebenfalls den Kriegsdienst verweigert. Er wird die Lesung moderieren, ein Gespräch mit dem Autor führen – und ihm mindestens in Teilen widersprechen.

ORT

Weil die Veranstaltungsräume in Utopiastadt gerade wegen Sanierung geschlossen sind, findet die Veranstaltung im Café ADA statt:

Café ADA, Wiesenstraße 6, 42105 Wuppertal-Elberfeld Mirke

TICKETS

In der Only Hut-Reihe verzichten wir bewusst auf Eintritt, um niederschwelligen Zugang für jede*n zu Kultur zu ermöglichen. Während 1-2 Hutrunden bestimmst Du Deinen Eintrittspreis selber – je nachdem wieviel Dir der Abend wert war und wieviel Du aufbringen kannst. Dabei ist es uns wichtig darauf hinzuweisen, dass es nicht um eine Spende für Künstler:innen geht, sondern um einen freiwillig geleisteten Eintritt in frei gewählter Höhe Kulturveranstaltungen, die sich nicht von selbst tragen.

Kategorien
Neuigkeiten

14.07. | Forum:Mirke mit ›Mirke Mobility‹ und ›Gesund aufwachsen in der Nordstadt‹

Dienstag, 14. Juli 2026 | 19:00 Uhr

Innenstadtmanagement | Schwanenstraße 33 | Elberfeld City
https://www.openstreetmap.org/node/3380157483

Park oder Parken?

Wo stellen wir die Fahrzeuge ab? Welche Fahrzeuge benötigen wir überhaupt? Und wie können wir die Architektur dafür flexibel halten, wenn zum Beispiel ein Parkhaus in wenigen Jahrzehnten gar nicht mehr für Autos benötigt wird?

Damit haben sich Studierende im Fachbereich Architektur für ihre Bachelor-Arbeiten beschäftigt. Diese werden unter dem Titel ›Mirke Mobility‹ gerade in den Räumen des Innenstadtmanagements mitten in der Fußgängerzone ausgestellt, und Professor Michael Weichler wird sie uns beim Forum:Mirke vorstellen und Fragen beantworten.

Auf die Gesundheit!

Die Daten der Schuleingangsuntersuchungen in Wuppertal sprechen eine deutliche Sprache: Rund jedes fünfte Kind weist Auffälligkeiten im Bereich der psychischen und sozioemotionalen Kompetenzen auf und jedes zehnte Kind hat Adipositas.

Gesundheitsamt, Alte Feuerwache und Bergische Universität haben sich zusammengetan, um mit dem Förderprojekt ›Gesund aufwachsen in der Nordstadt‹ die Kräfte für bessere Perspektiven zu bündeln. Vincent Utech, der für die Alte Feuerwache das Projekt vertritt, wird über das Vorhaben berichten.

Forum:Mirke

Die zweimonatigen Treffen richten sich an aktive, lokale Gruppen und Organisationen sowie alle die das Interesse teilen sich im Quartier zu engagieren. Eine Einladung zum Forum erfolgt z.Zt. über einen Email-Verteiler und mündliche Weitergabe. Eine Teilnahme ist offen und für alle Interessierten jeder Zeit möglich.

https://quartier-mirke.de/forummirke


Quartiersberichterstattung stärken, Quartierswebsite unterstützen:

https://www.betterplace.org/de/projects/101202

Kategorien
Neuigkeiten

Utopiastadt bei 3sat

In der Sendung ›NANO‹ auf 3sat wurde am 1. Juni 2026 ein schöner Beitrag über Utopiastadt als Beispiel für 3. Orte ausgestrahlt. Bis Ende Mai 2031 kann man ihn noch in der Mediathek ansehen (startet bei 9:29 min.):

(Falls der eingebettete Player in Deinem Browser nicht funktioniert, hier der direkte Link zur Mediathek: https://www.3sat.de/wissen/nano/260601-sendung-vapen-ist-bei-jugendlichen-in-nano-100.html?startTime=580)

Kategorien
Neuigkeiten

06.06. | Tschüss Büchertheke

Danke und Hut ab!
… für 14 Jahre Hutmacher, den stetigen Wandel und so viele schöne Momente!

Jetzt muss der verrückte Hutmacher den Hut nehmen und erstmal Luft an sein Haupt und damit Platz für die Sanierung lassen.

Am 06.06.26 feiern wir gemeinsame 14 Jahre im Hutmacher und die Veränderung.
Wir feiern das letzte mal an der Büchertheke, so wie ihr sie kennt und liebt.

Manche Orte sind mehr als ein Raum mit vier Wänden.

Sie werden zu Erinnerungen.
Zu einem ersten Konzert.
Zu einer langen Nacht.
Zu dem Gespräch, das alles verändert hat.
Zu einem Zuhause auf Zeit.

Die Büchertheke war genau so ein Ort.

Hier wurde gelesen und gelacht.
Hier wurde gestritten und versöhnt.
Hier wurden Freundschaften geschlossen, Liebe gefunden und Abschied genommen.
Hier sind Geschichten entstanden —
und jetzt ist es Zeit für eine neue.

Nicht, weil etwas endet.

Sondern weil wir weiterziehen.

Der Hutmacher war nie dafür gemacht, stehen zu bleiben.
Wir ziehen auf den Bahnsteig. … und von dort im Herbst wieder zurück in den alten Bahnhof.
Wir sind unterwegs.
Immer in Bewegung.
Immer auf Reisen.
Die Räume verändern sich.
Die Menschen bleiben.
Die Geschichten bleiben.
Der Hutmacher bleibt der Hutmacher.

Deshalb laden wir euch ein, noch einmal vorbeizukommen.
Noch einmal an der Theke zu stehen.
Noch einmal euren Lieblingssong zu hören.
Noch einmal Erinnerungen zu teilen.
Schreibt sie ins Gästebuch.
Schickt sie uns als Sprachnachricht.
Erzählt sie weiter.
Denn ein Ort lebt nicht durch seine Wände.
Er lebt durch die Menschen, die ihn mit Bedeutung füllen.

Am Samstag nehmen wir Abschied von der Büchertheke.
Und machen uns gemeinsam auf den Weg.

Zum nächsten Kapitel.


MACH MIT und saniere Deinen Lieblingsort! Hutmacher und Wartesaal 3. Klasse werden jetzt in Angriff genommen. Und einen Teil leistet Utopiastadt in sogenannter ›baulicher Selbsthilfe‹. Das bedeutet: Alle können mit anpacken! Sei dabei: Jeden Samstag ab 11:00 Uhr beim UTOPIASTADT WORKOUT.


Du möchtest die Sanierung finanziell unterstützen?
SPENDE HIER.
Herzlichen Dank!

Kategorien
Logbuch Neuigkeiten

Endspurt zum Wartesaal

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von Christian Hampe & David J. Becher:

Logbuch 0.76

Auf geht’s: Wir befinden uns im Endspurt zum Wartesaal 1. Klasse!

Die Sanierung des Raumes, der für lange Jahre einen Dornröschen-Schlaf als wohl schönester Lagerraum Wuppertals schlief, steht kurz vor der Vollendung. Also wird ganz bald nicht mehr gewartet im historischen Wartesaal 1. Klasse, sondern musiziert, gelesen, getagt, geheiratet – was auch immer Du dort feiern willst! 

Seit Jahren arbeiten wir als Utopiastadt mit allen Beteiligten daran, den Mirker Bahnhof und sein Umfeld als offenen Ort für Kultur, Austausch und Stadtentwicklung für alle zu erhalten. Das machen wir Schritt für Schritt, gemeinsam und unermüdlich. Damit haben wir es in den vergangenen 15 Jahren geschafft, Utopiastadt zu einem überregionalen ein Symbol zu machen. Einem Symbol für das, was möglich wird, wenn Menschen sich zusammentun und ernsthaft mitgestalten. Ein Ort von Vielen für Viele.

Dazu gehört auch, die Gebäudesubstanz so herzurichten, dass sie endlich wieder vollständig genutzt werden kann. Und in dem Zusammenhang steht mit der Eröffnung des Wartesaals 1. Klasse, dem Schmuckstück des ganzen Bahnhofsgebäudes, ein wichtiges Etappenziel bevor. Um dieses Ziel bis zum Herbst zu erreichen, brauchen wir jetzt frische Hilfe!

Bist Du dabei?

Dann komm zu unseren regelmäßigen »Workouts«: Jeden Samstag ab 11:00 Uhr wird der Bahnhof zur gemeinsamen Werkstatt. Wir schrauben, schleifen, streichen, schaufeln – und lernen voneinander. Denn handwerkliche Vorkenntnisse sind sicherlich hilfreich, aber kein Muss. Wer zum ersten Mal einen Pinsel in der Hand hält, ist genauso willkommen, wie die erfahrene Tischlerin. Entscheidend ist die Lust, miteinander einen Gemeinschaftsort zu schaffen. Und dazu laden wir Euch erneut ganz herzlich ein: Macht mit! Ob beim Endspurt zur Eröffnung des Wartesaals 1. Klasse oder der Aufbereitung der Flächen für den Sommer. Zusammen wird’s schön.

Die konkreten Arbeiten für die kommenden Wochen: 140 Jahre alte Dielen ergänzen und ausbessern; Holzsäulen und -Fenster aufarbeiten, Toilettentrennwände aus gebrauchten Tischgestellen schweißen; eine Aufstellfläche für die Feuerwehrleiter pflastern und historische Bahnsteigfliesen verlegen. Außerdem freuen sich immer alle über diejenigen, die das gemeinsame Abendessen vor- und zubereiten. Denn weil es sich mit leerem Magen schlecht arbeiten lässt, sitzen wir Samstagsmittags und -abends zusammen, essen gemeinsam und tauschen Ideen und Erfolge des Tages aus. Diese gelebte Stadtgesellschaft ist das besonders Schöne an den Workouts. Hier begegnen sich Studierende und Rentnerinnen, Nachbarinnen und Kreative, Handwerker und Neugierige. Und am Ende haben alle gemeinsam einen historischen Bahnhof gerettet – und gleichzeitig ihre Stadt gebaut.

Also schnapp Dir ein paar olle Arbeitsklamotten, pack ein bißchen Neugier und Tatkraft ein und freu Dich auf einen Samstag voller toller Begnungen. 

Wir freuen uns auf Dich!

Samstag um 11:00 Uhr geht es weiter: https://utopiastadt.eu/workout


Erstveröffentlicht am 28.05.2026 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/suche/logbuch utopiastadt 

Kategorien
Neuigkeiten

20.05. | Nach der Nachhaltigkeit: Demokratische Alternativen zu Autoritarismus und Greenlash

19:00 Uhr | Vortrag

Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen kritisierten Klimaschutzmaßnahmen in der Vergangenheit zwar oft als „too little, too late“, aber die grundsätzliche Richtung schien zu stimmen. Doch das hat sich jüngst geändert: Vor dem Hintergrund des Wahlerfolgs rechtspopulistischer Parteien sowie einer geopolitischen „Zeitenwende“ ist aktuell ein Greenlash zu beobachten. Bereits beschlossene Regelungen im Bereich des Klima- und Umweltschutzes werden zunehmend wieder in Frage gestellt und aufgeweicht. Die Ablehnung von Vorhaben einer sozial-ökologischen Transformation zeigt sich bei rechtspopulistischen Akteur*innen zwar besonders rabiat, sie knüpft aber durchaus auch an breitere gesellschaftliche Haltungen und Interessen an. 

Vor diesem Hintergrund laden der Arbeitsbereich praktische Philosophie der Bergischen Universität Wuppertal (BUW), das Centre for Global Cooperation Research an der Universität Duisburg-Essen, der Arbeitsbereich Umweltsoziologie der TU Dortmund, das Wuppertal Institut und das Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (transzent) am 20. Mai ab 19 Uhr zu einem kostenfreien Vortrag ein: Prof. Bernd Sommer, Professor für Umweltsoziologie an der Technischen Universität Dortmund, spricht in der Wuppertaler Utopiastadt (Mirker Straße 48, 42105 Wuppertal) zum Thema „Nach der Nachhaltigkeit: demokratische Alternativen zu Autoritarismus und Greenlash“.

Sommer geht der Frage nach, was an der Klima- und Nachhaltigkeitstransformation so umstritten ist – und stellt dabei insbesondere Verteilungsfragen und kulturelle Konflikte in den Fokus. Daran anknüpfend thematisiert er, warum eine solidarische und demokratische Ausgestaltung von Transformationspolitik die Voraussetzung für ihr eigenes Gelingen ist: Am Beispiel einer sozial-ökologischen Stadtpolitik sowie von Bürger*innenräten und Energiegenossenschaften zeigt er, wie sich Kräfteverhältnisse zugunsten von Nachhaltigkeitsinitiativen verschieben lassen. 

Im Anschluss an den Vortrag bietet ein gemeinsamer Ausklang den Teilnehmenden die Gelegenheit zu Austausch und Vernetzung.

Konzipiert und organisiert ist die Veranstaltung von Prof. Jule Govrin (BUW), Prof. Franziska Martinsen (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Bernd Sommer (TU Dortmund).

Das Platzangebot ist begrenzt – um eine Anmeldung über das folgende Google-Formular wird gebeten:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfsqFyutIb2rJL2pRNKsD6xGKDcvLabI_ulI9jJJHbo-ORG-Q/viewform

Kategorien
Logbuch

Aufsteigen lostreten verändern

10 Jahre Fienchen

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von Christoph Grothe:

Logbuch 0.75

»Kann man dieses Rad eigentlich mieten?« Die Frage kommt an einer roten Ampel, irgendwo zwischen Barmen und Elberfeld, ganz beiläufig von einem Passanten auf dem Gehweg. Ich sitze auf Fienchen, warte auf Grün und muss lächeln, weil in diesem einen Satz eigentlich die ganze Geschichte unseres Projekts steckt. Denn was heute für viele wie eine selbstverständliche Option wirkt, war vor zehn Jahren vor allem eine Idee, ein Experiment und für uns die große Hoffnung, dass Wuppertal bereit ist, Mobilität auch einmal anders zu denken.

Als wir Ende 2015 mit den Planungen für Fienchen I begonnen haben, wussten wir nicht, ob aus dieser Idee wirklich ein funktionierendes System werden würde. Wir wussten nur, dass wir ein freies Lastenrad für Wuppertal wollten: niedrigschwellig, solidarisch, alltagstauglich. Also haben wir ein Crowdfunding vorbereitet, uns ein Lastenrad aus Köln geliehen, ein Video auf der Nordbahntrasse gedreht und im Hutmacher unseren Kick-off veranstaltet. Dass die Wuppertaler:innen damals so begeistert reagieren würden, hat uns ehrlich überrascht. Innerhalb kurzer Zeit war Fienchen I finanziert, und im April 2016 ging das Rad an den Start.

Aus diesem Anfang ist über die Jahre viel mehr geworden, als wir anfangs zu hoffen gewagt hätten. Zu Fienchen I kamen Fienchen II, Fienchen III und Fienchen IV hinzu, dazu Pina, E-Mil und weitere Räder für ganz unterschiedliche Einsätze: für Einkäufe, Kindertransporte, größere Lasten oder einfach für die Erfahrung, dass ein Alltag ohne Auto in dieser Stadt tatsächlich funktionieren kann. 2019 ist aus dem Umfeld von Fienchen außerdem die erste Wuppertaler Schokofahrt entstanden, ein Projekt, das mir besonders am Herzen liegt. Mit unseren Rädern fair produzierte Schokolade emissionsfrei in die Stadt zu bringen, war für mich die logische Erweiterung dessen, wofür Fienchen immer stand: praktisch etwas verändern, statt nur darüber zu reden.

Am meisten freue ich mich aber darüber, dass Fienchen heute nicht nur aus Rädern besteht, sondern aus einer lebendigen Community. Da sind Menschen, die die Räder an den Stationen verleihen. Da sind Menschen, die sich um Wartung und Reparaturen kümmern, Schäden prüfen, Bremsen nachstellen und Räder wieder flott machen. Andere halten organisatorisch alles zusammen, beantworten Anfragen oder übernehmen Schichten. Und wieder andere programmieren an der Webseite, damit Buchungen, Standorte und Abläufe im Hintergrund überhaupt funktionieren. Genau diese Vielfalt trägt Fienchen bis heute. Manche kennen Fienchen nur von der Buchung her. Ich sehe dahinter Gesichter, Hände und Ideen: Menschen, die Schlüssel übergeben, Routen erklären, Ersatzteile besorgen, Texte schreiben und dafür sorgen dass alles verlässlich läuft.

Die Ampel springt auf Grün, der Passant wartet noch auf meine Antwort. Ich nicke ihm zu und denke, wie schön es ist, dass aus einer kleinen Idee eine stadtweite Einladung geworden ist: »Ja, das Rad kann man seit zehn Jahren mieten!«


Erstveröffentlicht am 09.04.2026 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/suche/logbuch utopiastadt 

Kategorien
Neuigkeiten

22.04. | Vollbild Pitching-Event

Pitchingtreffend / 22.04.2026 18:30 / Utopiastadt

Sei dabei!

Am 22. April 2026 um 18:30 Uhr laden wir dich herzlich in den Wartesaal 3. Klasse in Utopiastadt ein: 

Bühne frei für deine Idee! Egal ob Tanz, Film, Theater, Performance, Audio oder Musik – wenn du ein kreatives Projekt entwickelst, das irgendwann vor Publikum gezeigt werden soll, ist das deine Chance, deine Idee zu testen, zu üben, zu präsentieren und in den Austausch darüber zu kommen.

Jeder Pitch dauert 3 Minuten. Eine Jury aus der Film-, Theater- und Kunstszene vergibt zwei Preise:

Hauptpreis (Bester Pitch / beste Präsentation): 500,– € Cash.

Preis der Jury (spannendste Idee): Freier Eintritt ins Talflimmern den ganzen Sommer über.

Beim Pitch selbst gilt:

Erlaubt sind nur Hilfsmittel, die in deine Hosen-, Hemd- oder Handtasche passen – bitte keine Zettel.

Nach den Pitchings gibt es Zeit zum Austauschen und Kennenlernen. Getränke kannst du vor Ort beim Hutmacher kaufen, für Fingerfood ist gesorgt. Um 20:00 Uhr werden die Preise verliehen, danach lassen wir den Abend entspannt ausklingen.

Spontan dabei?

Auch am Abend hast du noch eine Chance: Bis zum Ende des letzten geplanten Pitchs kannst du dich in eine Losbox eintragen. Daraus werden zwei spontane Pitch-Slots ausgelost.

So bewirbst du dich:

Sende bis zum 20.04.2026 eine E-Mail mit genau zwei Sätzen an mail@vollbild-wuppertal.de

(Betreff: „Ich will pitchen“).

Satz 1: Wer du bist.

Satz 2: Worum es in deinem Projekt geht (inkl. Angabe der Kunstform)

Aus allen Bewerbungen losen wir zehn Pitchende aus.

Wir freuen uns auf dich und deine Ideen!

Mario, Marie, Patrick, Konstantin und Kim