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Logbuch

Jeden Tag Workout

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von David J. Becher:

Logbuch 0.80

Ein Enspurt wird dann ein gelungener Endspurt, wenn man noch mal letzte Energien mobilisieren kann. Zum Beispiel Dich!

Wir befinden uns gerade auf dem Endspurt zu der Eröffnung der ersten Bahnhofsräume nach der Sanierung. Mit dabei ist der wohl schönste Raum in ganz Utopiastadt und sicher auch darüber hinaus: Der Wartesaal 1. Klasse. Deswegen ist jetzt nicht mehr jeden Samstag Workout – sondern jeden Tag. Beim Utopiastadt-Workout werden allerdings keine Gewichte gestemmt oder Laufbänder gedreht, hier werden Holzrahmen geflickt und Fliesen getragen. Jeden Tag. Jeden Tag wird in Gebäudeteil A ein weiteres bearbetetes Fenster eingebaut. Jeden Tag wird weiter am Bahnsteig vor den Ein- und Ausgängen gepflastert. Jeden Tag werden Blumenkästen gebaut und verankert, damit an den Terassen niemand abstürzen kann. Jeden Tag wird geschraubt, geschippt, gesägt, gefeilt, geputzt – und alles von Menschen, die sich ohnehin schon an ganz vielen Stellen ehrenamtlich für die Stadt engagieren. Sie alle bilden den Teil an der großen Sanierungsbaustelle Bahnhof Mirke, den man »bauliche Selbsthilfe« nennt. Also der Teil des Milionenprojekts, bei dem Muskelkraft als Eigenanteil an der Gesamtfinanzierung gilt. Natürlich arbeiten auch die bezahlten Fachfirmen an den entsprechenden Stellen weiter, angeleitet von den bezahlten Fachplaner:innen. Aber parallel sind wir eben alle gefragt: Wir alle gemeinsam bauen Utopiastadt. Auf der Baustelle treffe ich Nachbar:innen, die sich seit Jahren für die Entwicklung hier vor Ort einsetzen. Und Bundesfreiwilligendienstleistende (kurz: Bufdis), die zwischen Schule und Zukunft ein Jahr lang ihre gesamte Energie für das Gemeinwohl einsetzen. Und Menschen, die Utopiastadt schon länger interessiert beobachten und jetzt mal einen Nachmittag mit anpacken wollen. Wann treffe ich Dich?

Wie vermutlich alle wissen, ist ein klassisches Workout dazu da, sich nicht kurzfristig zu verausgaben, sondern langfristig Kraft zu trainieren. Damit uns also im Zwischenspurt zum Wartesaal 1. Klasse nicht die Puste ausgeht, müssen wir einerseits kontinuierlich das Tempo steigern aber gleichzeitig auch frische Kräfte mobilisieren. Da kommst Du ins Spiel: Wir wär es, wenn Du neben dem Feierabendtrainig mal zur Feierabendbaustelle Utopiastadt kommst? Und nächsten Samstag beim joggen einfach direkt zur Mirker Bahnhofsbaustelle läufst, Dir ein paar Fenster schnappst und sie zum Einbauen trägst? Oder ein paar Fliesen in die Schubkarre stapelst?

Neben der Freude, die so ein gemeinsames Anpacken bereitet, ist das Schönste daran das, was bleibt: Auch wenn Du nur einen Nachmittag lang mitgemacht hast, wirst Du für den Rest Deines Lebens bei der Betrachtung des Bahnhofsgebäudes sagen können: Hier, da und dort habe ich persönlich beigetragen. Dieses Fenster habe ich mit eingebaut, diese Fliese festgeklopft. Damit von nun an ganz viele andere Menschen davon profitieren können. Utopiastadt ist eine Immovielie. Eine Immobilie von Vielen für Viele. Und eine:r dieser Vielen bist Du!


Erstveröffentlicht am 10.09.2026 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/nrw/wuppertal/in-der-immovielie-mirker-bahnhof-ist-jetzt-jeden-tag-workout_aid-154579937


Hauptgebäude Sanierung

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Neuigkeiten

27.3. – 10.4. | Oster-Spendenmarathon

Auf der Spendenplattform WirWunder erhöht die Sparkasse Wuppertal alle Einzelspenden, die zwischen dem 27.03. und 10.4.2026 (bis 23:59 Uhr) über wirwunder.de eingehen.

Für diesen Spendenmarathon stehen 50.000 € Aktions-Budget zur Verfügung. Am Ende der Aktion wird das Budget anteilig verteilt: Dafür wird berechnet, wie hoch die Spendensumme für Utopiastadt Projekte im Verhältnis zur Gesamtspendensumme aller teilnehmenden Projekte im Aktionszeitraum war.
Entsprechend dieses Anteils erhalten wir zusätzliches Geld aus dem Fördertopf. Erhält unser Projekt z.B. 5 % der gesamten Spendensumme der Aktion, bekommt es zusätzlich 5 % des Aktions-Budgets, sprich 2.500,– €.

Baue mit uns Utopiastadt

und unterstütze Deine Lieblingsprojekte mit einer Spende:

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Utopiawerkstadt
Engagement sichtbar machen

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Logbuch

Wozu ein Viertelfest?

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von Marvin Link:

Logbuch 0.66

Wozu ein Viertelfest für die Mirker Nachbarschaft organisieren?

Ich hätte ein paar Antworten: Begegnung, Gemeinschaft, Teilhabe. Große Worte sind schnell gefunden. Aber ganz ehrlich: Ich mache das auch, weil mir selbst etwas fehlt.

Ich bin häufig nicht der Typ, der leicht in Kontakt kommt. Ich brauche Anläufe, Pausen, Fluchtwege. Menschenmengen machen mich nervös, Smalltalk strengt an. Und trotzdem arbeite ich seit Wochen in der Hebebühne und organisiere gemeinsam mit der Nachbarschaft ein Viertelfest, das das Gegenteil von Rückzug verspricht: Offenheit. Nähe. Miteinander.

Das Viertelfest hat das Motto ›Tür an Tür‹. Weil wir meist Tür an Tür leben und trotzdem kaum etwas voneinander wissen. Dem möchte ich experimentell etwas entgegensetzen. Deshalb wird die Hebebühne direkt neben Utopiastadt vom 10. bis 13. Juni zu einem offenen Zuhause für die Mirker Nachbarschaft: mit Outdoor-Wohnzimmer und Nachbarschaftsbühne, Küche mit Leckereien der Anwohnenden, Garten mit Spielen sowie einem Hausflur zum Plauschen und Quartiersinfos kriegen. Alles kostenfrei. Alles für alle. Alles ein Experiment.

Wie kann ich Orte gestalten, um Begegnungen zu fördern und Nachbarschaft zu stärken? Mit meinem Abschlussprojekt in Public Interest Design gehe ich dieser Frage nicht theoretisch, sondern praktisch nach – indem ich mit dem Viertelfest einen offenen Raum im Quartier gestalte, der zur aktiven Beteiligung einlädt. Ich probiere unterschiedliche Zugänge aus: Spielaktionen, gemeinsames Essen, Reflexionsangebote und offene Bühnenformate. Gleichzeitig ist es auch für mich persönlich ein Testlauf: Wie viel Offenheit halte ich aus? Was passiert, wenn ich mich in Situationen bringe, die ich sonst meide?

Unter dem Namen socialglue arbeite ich an Formaten, die zwischenmenschliche Begegnung fördern. Meist spielerisch, oft draußen – immer mit dem Versuch, Kennenlernen leichter zu machen. Das Viertelfest ist ein weiterer Versuch in genau diese Richtung. Und vielleicht auch mein bisher persönlichster.

Dass ich dieses Projekt in der Hebebühne umsetzen darf, ist für mich alles andere als selbstverständlich. Die Hebebühne liegt auf dem Gelände von Utopiastadt und ist ein Kunst- und Kulturverein, der offen ist für alle, die etwas ausprobieren oder auf die Beine stellen wollen. Diese Offenheit und die Menschen dahinter machen das Viertelfest überhaupt erst möglich. Dafür, für die Unterstützung, das Vertrauen – und dass ich diese Zeilen hier im Logbuch schreiben darf – bin ich sehr dankbar.

Ich wünsche mir, dass an diesen vier Tagen kleine, echte Begegnungen passieren. Vielleicht Momente in dem sich zwei Menschen zuhören oder gemeinsam lachen. Den Blick auf andere leicht verändern – oder innerlich eine Tür öffnen, die vorher zu war.

Und wenn du das hier liest: Vielleicht warst du schon beim Viertelfest. Vielleicht kommst du noch. Vielleicht überlegst du. Vielleicht brauchst du, wie ich auch sonst, einen kleinen Schubs.

Dann nimm diesen Text als Einladung. Die Tür ist offen.


Erstveröffentlicht am 12.06.25 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/nrw/wuppertal/utopiastadt-kolumne-wozu-ein-viertelfest-fuer-die-mirker-nachbarschaft-organisieren_aid-129167497

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27.05. | Gemeinwohlcheck für Fahrrad-Bahnhof und Literatur im Container

Di 27.5., 18 bis 21 Uhr, Gesamtschule Barmen

Die erste Abstimmungsphase des Bürger*innenbudgets 2025 ist beendet, die TOP 100 der eingereichten Projekte stehen fest.

Und zwei Projekte für den Utopiastadt Campus haben es sogar in die Top 10 geschafft: LiC – Literatur im Container und der Wuppertaler Fahrrad-Bahnhof.

Für alle 100 Projekte geht es am 27. Mai in der Gesamtschule Barmen in den Gemeinwohlcheck. Wenn Du mitentscheiden willst, welche der guten Vorhaben für Wuppertal umgesetzt werden und Dich dabei vielleicht besonders für den Utopiastadt Campus einsetzen magst, melde Dich jetzt an:

https://talbeteiligung.de/kalender#/?cal_eventid=3006

Getränke und Speisen (auch vegan und glutenfrei), Gebärdendolmetscher*innen und Kinderbetreuung sind vor Ort.

Gemeinsam bauen wir die Stadt!


Damit wir noch viel mehr Projekten freien Platz zur Entfaltung bieten können, spende jetzt für einen Quadratmeter Utopiastadt Campus.

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Anhänger gesucht

Seit Jahren hat Utopiastadt viele treue Anhänger:innen, die hier eine Menge bewegen!
Aber manche schwere Last wollen wir doch lieber mechanischem Gerät überlassen. Und wie Ihr an der leeren Anhängerkupplung sehen könnt: Da fehlt uns noch einer. Hat wer von Euch einen Anhänger für uns?

Ob mit oder ohne TüV, hochglanzpoliert oder beulengebeugt, im Topzustand oder mit Bastelbedarf, vollständig oder nur ein Fahrgestell – weil hier geschickte und kompetente Menschen vor Ort sind, können wir uns aus jeglicher Spende was Passendes herrichten!

Kannst Du uns mit einem Anhänger verkuppeln? Dann freuen wir uns!

Sachdienliche Hinweise bitte an kontakt@verein.utopiastadt.eu

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Neuigkeiten

1.9. | Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür in Utopiastadt: Von 14 bis 18 Uhr könnt Ihr am Mirker Bahnhof einen Blick hinter die Kulissen werfen – und es gibt viel zu sehen!

Dein Lieblingsfön geht nicht mehr an, aber Du bist sicher, dass er eigentlich noch funktioniert? Du möchtest Deine Stadt mitgestalten, weißt aber nicht, wo Du anfangen sollst? Deine Hose hat einen Riss, Du hast aber keine Nähmaschine? Du willst lernen, wie man alte Fenster aufarbeitet? Dazu und zu vielem mehr findest Du regelmäßig Unterstützung in Utopiastadt.

Wie was wo warum läuft, erfährst Du am Sonntag, 1.9., beim Tag der offenen Tür!

Bei verschiedenen Führungen bekommst Du ausführliche Informationen zu Utopiastadt-Projekten oder zur Bahnhofssanierung. Bei einer Waffel vom Förderverein kannst Du über die Weiterentwicklung des Utopiastadt Campus fachsimpeln, Dir beim Utopiastadt-Pecha-Kucha in 20 Bildern à 20 Sekunden im Schnelldurchlauf verschiedenen Utopiastadt-Vorhaben erzählen lassen – oder halt einfach beim Nähtreff Deine Hose reparieren.

Außerdem erfährst Du im Detail, wie Du Deine Feier, Deine Konferenz oder Dein Meeting in Utopiastadt veranstalten oder noch ganz andere Ideen hier einbringen kannst.
Schließlich ist Utopiastadt weit mehr als ein großer Freiraum für alle an der Nordbahntrasse.

Und für alle, die sich nicht alles merken wollen, was wir an dem Tag zeigen, vorstellen und berichten, gibt es zum Tag der offenen Tür die UTOPIASTADT-Fibel zum Sonderpreis.

Der Förderverein Utopiastadt e. V. freut sich auf viele interessierte Augen und Ohren und sagt schon jetzt: 
Herzlich willkommen!

(Die Fotos hat Peer Adams übrigens beim letzten Tag der offenen Tür gemacht – und seither hat sich schon wieder einiges verändert. Kommt gucken!)

Tag der offenen Tür in Utopiastadt
Sonntag, 1. September 2024, 14 – 18 Uhr
https://utopiastadt.eu

Programm:

12:00 Uhr
– Café Hutmacher öffnet

14:00 Uhr
– Begrüßung
– Start Nähtreff
– Start Fahrradreparaturcafé

14:15 Uhr
– Start Führung zu den Utopiastadt-Modulen

15:00 Uhr
– Start Elektroreparaturcafé

15:30 Uhr
– Start Führung Ehrenamt / Bahnhofssanierung
– Start Führung Geschichte und Entwicklung des Utopiastadt Campus

17:00 Uhr
– Utopiastadt-Pecha-Kucha – unterhaltsame Kurzvorträge zu Utopiastadt-Aktionen


Spende hier für Utopiastadt-Projekte: https://www.wirwunder.de/projects/120555

Vielen Dank!

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Logbuch

Jung und voller Energie

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von Thomas Schmidt:

Logbucheintrag 0.57

Es geht ein weiterer Schub durch Utopiastadt – und diesmal ist er international. Seit Anfang August ist ein Workcamp mit 12 jungen Menschen oben am Mirker Bahnhof eingerichtet. Es wird gemeinsam gearbeitet und gegessen, geschlafen wird unten in der Stadt. Es ist eine bunte, eine lebendige Truppe und sie schafft weit mehr, als vier, fünf wichtige Projekte abzuschließen. Es ist eine Freude und ein Lächeln zu spüren, die der gesamten Utopiastadt guttun. Die Energie verstärkt den Schwung, der sich in den letzten Wochen eingestellt hat. Denn in diesem Sommer konnten nach der kompletten Dachsanierung wichtige Bereiche der Fassade fertiggestellt und an der Trassenseite das Gerüst abgebaut werden. Auch wenn bei der Sanierung noch viel zu tun ist, wird wieder sichtbarer, wohin die Reise des gesamten Veranstaltungszentrums geht. Es ist ein Ort der Vielfalt, der Begegnung und des gemeinsamen Austauschs. Für mich haben die jungen Menschen das noch einmal sehr deutlich gemacht. Deren Motive, aus Italien und Spanien, aus China und Mexiko, aus Frankreich und Portugal nach Wuppertal zu kommen, waren dabei geprägt von Gemeinschaft und von Altruismus. Wie passend. 

Sie wolle raus aus ihrer Komfortzone, etwas Neues entdecken und gemeinsam mit anderen etwas Erschaffen. So brachte es eine Teilnehmerin für mich sehr treffend auf den Punkt. »Es ist die beste Möglichkeit, sinnvoll etwas zu tun und was ich hier lerne, kann ich dann wieder anderen beibringen«, ergänzt ein anderer Teilnehmer, und man spürt, wie viel eigene Energie die Teilnehmenden in das Workcamp stecken. Einige haben sich bewusst für Utopiastadt entschieden, fanden die »Alternative Stadtplanung«, wie sie es nannten, und das ausgeprägte Bürgerengagement lobenswert. Europa ist putzmunter, immer das Gleiche ist nicht nur beim Frühstück fad und langweilig und sollte es Grenzen geben, so sind sie zum Überwinden da. Da stellt man fest, wie schön das Leben ist.

Durch das Workcamp ist mir mal wieder aufgefallen, wie gut Utopiastadt in die Stadt eingebunden ist und wie sehr sie geschätzt wird. So hatten die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) sich zum ersten Mal für Utopiastadt als Veranstaltungsort für so ein Projekt entschieden. Einen Teil der Kosten trägt dabei der Zangenhersteller Knipex aus Cronenberg. Ohne dessen Unterstützung hätte das Workcamp wohl nicht stattfinden können. Eines ist klar: Das internationale Workcamp hat jetzt schon Spuren hinterlassen und wenn die TeilnehmerInnen am nächsten Sonntag wieder abreisen, werden sie mit Selbstbewusstsein und vielleicht auch mit einem Lächeln an ihre Zeit hier zurückdenken. Mir haben sie gezeigt, wie einfach es doch ist, etwas zu bewegen. Mir haben sie deutlich gemacht, wie viel besser das Leben durch Vielfalt ist und wie viel Spaß tolle Menschen einem machen können. Mich haben sie motiviert, nach einem einwöchigem Workcamp im Ausland zu suchen. Die Welt ist groß!

Danke, dass ihr hier seid. Danke, dass ihr so seid wie ihr seid. Danke, dass so viel von euch in Utopiastadt bleiben wird.


Erstveröffentlicht am 15.8.2024 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/nrw/wuppertal/utopiastadt-kolumne-danke-dass-ihr-hier-seid_aid-117841475


Unterstütze Aktionen wie ein solches internationales Workcamp in Utopiastadt durch eine Spende: https://www.wirwunder.de/project/120555

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Logbuch

Gut gerüstet

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von David J. Becher:

Logbucheintrag 0.56

Da ist wieder ein Bahnhof an der Mirke! Naja, eigentlich war er, frei nach Westernhagen, nie wirklich weg, hat sich nur versteckt. Aber jetzt ist ein gutes Stück Gerüst abgebaut, und wenn man sich mit Spazier- oder Radfahrfreund:innen an der Trasse verabreden will, kann man auch Ortsunkundigen gegenüber wieder einfach »Wir treffen uns da am Bahnhof« sagen, ohne umständlich irgendwas mit Gerüst und schwarzer Schutzverkleidung zu ergänzen.

Solche Dinge machen was mit Orten. Ich kann mich noch gut an einen Tag vor gut zehn Jahren erinnern, als ich um den Bahnhof herum zur Trasse lief und förmlich erschlagen wurde von einem Zaun, der sich plötzlich zwischen Trasse und dem dahinter liegenden Gelände erstreckte. Ein Gelände, auf dem ich wenige Tage vorher noch entspannt ein Getränk getrunken hatte. Utopiastadt und schließlich die Trasse hatten den Ort so belebt, dass die Flächeneignerin und frühere Bahntochter Aurelis sich verpflichtet sah, das Industriegelände entsprechend abzusichern.

Und es hat viel Zeit, Mühe und schließlich Geld gekostet, diese Flächen wieder für alle nutzbar zu machen, die aus der Nachbarschaft oder von der Trasse aus ein wenig Freiheit im Freien brauchen. Erst nur etwa 400 Quadratmeter, dann Stückchen für Stückchen etwas mehr drumherum – und schließlich konnten wir die vollen Flächen durch Kredite sichern und sowohl der Nachbarschaft als auch spannenden Projekten wie dem Solar Decathlon Europe, dem Livng Lab NRW und ganz neu dem Escape Center Bergisches Land zur Verfügung stellen. Auch das führt jeweils zu baulichen Veränderungen, die etwas mit dem Ort machen. Aber anders, als der trennende Zaun damals, sind es seither immer Konstruktionen, die direkt, mittel- oder langfristig den Ort für eher mehr als weniger Menschen nutzbar machen.

Und so hat mich nach diesem Zaun-Schock kein präsentes Signal der Veränderung hier mehr beunruhigt. Im Gegenteil. Noch immer ernte ich auf verschiedensten Konferenzen landauf landab ungläubiges bis bewunderndes Staunen, dass wir hier so ein Projekt mit Gebäudesanierungen und Flächenentwicklungen noch immer in der Hauptsache mit ehrenamtlicher, vor allem aber eben mit permanent beteiligungsoffener inhaltlicher Arbeit stemmen. Und dafür möchte an dieser Stelle mal explizit werben: An fast allen Entwicklungen hier vor Ort kannst Du Dich beteiligen. In der Regel nicht über bequeme Info-Veranstaltungen als Dienstleistungsversprechen für Ideen, eher über zahlreiche Planungs-, Orga- und Arbeitstreffen. Aber die ersten Schritte sind sehr einfach und niederschwellig: Jeden Samstag gibt’s den Utopiastadt Workout zum direkten Anpacken, jeden ersten Sonntag eine Führung im Rahmen der Mirker:Matinée für allgemeinere Infos. Alles in allem arbeiten wir hier täglich gemeinsam an einem Ort von Vielen für Viele. Und wenn es gelingt, für den Eigenanteil der Sanierung oder die Tilgung des Flächenkredits genug Spenden auf zu sammeln, kriegen wir das auch hin. »Wir treffen uns da am Bahnhof!«


Hier könnt Ihr für die Sanierung spenden.


Erstveröffentlicht am 11.07.24 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/nrw/wuppertal/logbucheintrag-056-gut-geruestet_aid-116049305

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13. & 20.7. | Expedition Norden | Der nächste Schritt

Sonder-Workout: Campus-Zugang von der Hamburger Straße
Sa 13. und Sa 20. Juli, jeweils ab 11 Uhr

Gemeinsam bauen wir die Verbindung nach Norden weiter aus: Wo alle bisher noch zwischen Hamburger Straße und Nordbahntrasse über groben Schotter klettern, bauen wir jetzt befestigte Wege mit feinerem Material. Und brauchen dafür Deine Hilfe.
Egal ob groß oder klein, alt oder jung, wir freuen uns sehr, wenn Du zum Anpacken vorbei kommst!
Für Arbeitsmaterial, Getränke und Verpflegung ist gesorgt, bitte denkt an angepasste Kleidung und festes Schuhwerk.

Lasst uns gemeinsam neue Wege durch unsere Stadt bauen!

Fotos vom 13.7.

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17.5. | Living Library zum IDAHOBIT 2024

Am 17. Mai 2024 setzt Wuppertal ein deutliches Zeichen gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit.

Eine Aktion der Aidshilfe Wuppertal e.V., SCHLAU Wuppertal e.V., Inside:Out e.V. und dem autonomen Queer*Referat der Bergischen Universität Wuppertal.

Angesichts einer beunruhigenden Zunahme queerfeindlicher
Einstellungen, untermauert durch Ergebnisse wie aus der HAY Studie 2023 – in der erschreckende 93,9% der befragten Jugendlichen Diskriminierungserfahrungen berichteten –, antwortet die Stadt mit einem kraftvollen Programm zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT).

Ab 12 Uhr rollt der mobile Bollerwagen-Informationsstand durch die Stadt, von Wichlinghausen entlang der Nordbahntrasse bis hin zu Utopiastadt, begleitet von Aktivist*innen und unterstützt von lokalen queeren Initiativen, die ihre wichtige Arbeit vorstellen.

Der Höhepunkt des Tages ist die „Living Library“ in Utopiastadt ab 15 Uhr.

Diese lädt dazu ein, Menschen – statt Bücher – ‚auszuleihen‘ und in persönlichen Gesprächen mehr über die Vielfalt der queeren Community zu erfahren. Durch diesen direkten Austausch wollen wir Vorurteile abbauen und ein tieferes Verständnis für die vielfältigen Lebenswege innerhalb der queeren Gemeinschaft schaffen.

Alle sind von Herzen eingeladen, sich an diesem besonderen Tag zu beteiligen, um gemeinsam ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und gegen Diskriminierung zu setzen.

Wir feiern gemeinsam die Vielfalt des queeren Lebens in Wuppertal!