Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.
Diese Kolumne ist von Elena Perez:
Logbuch 0.71
Es ist 10 Uhr morgens an einem Samstag in Wuppertal.
Vier Bundesfreiwilligendienstler*innen (Bufdis) taumeln nach und nach in den Coworking Space in Utopiastadt, um von den Straßenschuhen in die Arbeitsschuhe zu schlüpfen. Die Stimmung ist angenehm, es wird auf gutes Wetter gehofft, heute soll viel geschafft werden.
Zusammen machen sich die Bufdis auf den Weg rüber zur ehemaligen Gepäckabfertigung (GPA). Dort werden sie herzlich von Ralf begrüßt. Er macht sich gerade auf den Weg, um Brötchen fürs Frühstück zu holen. Die Musikbox wird sofort angeschaltet und die von den Bufdis zusammen erstellte Playlist wird gespielt. Die vier drehen sich zum Whiteboard, welches vor zwei Monaten von ihnen an die Wand gehängt wurde. Dort sammeln die Bufdis jeden Tag ihre ToDos und verschaffen sich einen Überblick der Aufgaben und Prioritäten, die zu erledigen sind. Die zum größten Teil abgehakte Liste „ToDos, Heute (BFD)“ von gestern wird weggewischt und die heutige Liste wird aufgeschrieben. „Getränke auffüllen“, „GPA Müll entsorgen“ und „Tisch aufräumen“ stehen an. Also teilen sich die Bufdis auf, um die Aufgaben effizient und rechtzeitig vor 11:00 Uhr zu erledigen.
Um zehn nach sind schon ein paar Ehrenamtler*innen eingetroffen. Man weiß nie, wie viele am Samstag kommen, daher wird noch ein wenig gewartet, bis man sich zusammen dem Whiteboard widmet und plant, wer an welcher Baustelle arbeiten mag: Sanierung am Hauptgebäude, Pflege der Flächen, Fenster aufarbeiten und lackieren und vieles mehr. Die Bufdis teilen sich hier auch wieder auf, da, wo sie sein möchten, und auch dort, wo sie gebraucht werden. Es ist sehr selten, dass ein/e Bufdi an nur einer Baustelle tätig ist. Als Teil der Workout-Leitung muss man halt mal überall sein. Deshalb sieht man die vier öfters hin und herlaufen, Türen öffnen und wieder schließen, sich gegenseitig Sachen die Trasse rüber rufen oder mit dem kleinen Elektroschlepper von der Scheer Halle zum Außenlager fahren.
Es mag sich zwar sehr anstrengend anhören und ein bisschen ist es auch so, aber vor allem macht es viel Spaß. Mit dem Ehrenamt zusammen zu schaffen und Gesellschaft zu feiern, beim Frühstück, bei der gemeinsamen Arbeit und beim anschließenden Essen nach dem Werkeln, bringt ein sehr schönes Gefühl von Zufriedenheit und Zusammenhalt. Man hat das Gefühl, etwas Gutes und Richtiges aufzubauen, denn Utopiastadt strebt ja an, ein Ort zu sein, der offen ist, Geborgenheit vermittelt und für alle etwas zu bieten hat.
Wer also Lust hat, einen Ort mitzugestalten, der an alle denkt, oder auch einfach nur Gesellschaft genießen will, ist herzlich eingeladen.
Jeden Samstag ab 11:00 Workout in Utopiastadt!
Bis dahin 🙂
Erstveröffentlicht am 11.12.25 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/nrw/wuppertal/samstags-mit-den-bufdis-in-utopiastadt-etwas-aufbauen_aid-140803597
Die Sanierung mit einer Spende unterstützen: https://www.wirwunder.de/project/123625




